Ein Saal für alle!

Unter dem Motto „Ein Gemeindesaal für alle“ hatten die Martin-Luther-Kirche und das Quartiersmanagement Ende März zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Der Anlass war der anstehende Umbau des Gemeindesaals, der mit Mitteln aus dem Baufonds des Quartiersmanagements gefördert werden kann.

Architekt Thomas Pokorny und Gemeindemanager Felix von Ploetz (re.) alle Fotos: Schuster

Damit auch alle sogleich ein Bild vor Augen hatten, worum es konkret ging, trafen sich die Vertreter:innen der Gemeinde und des Donauquartiers am 31. März in dem „alten“ Gemeindesaal in der Fuldastraße 48-50, um sich das Vorhaben vor Ort anschaulich erläutern zu lassen. Zentrales Anliegen ist es, zukünftig einen barrierefreien, multifunktionalen Raum zu haben, der auch stärker vom Kiez genutzt werden kann. Die Planungen für den Umbau erläuterte der Architekt Thomas Pokorny vom Architekturbüro BASD, mit dem die Gemeinde schon lange und vertrauensvoll zusammenarbeitet.

 

Filmabend, Lesung, Kinderkirche & Standardtanz

 

Vorab war ein breites Spektrum, wie der Saal genutzt werden soll, definiert worden: So galt es bewegungsorientierte Angebote wie Qi-Gong und Standardtanz neben musikalischen, kulturellen und kreativen Versammlungen wie zum Beispiel Chöre, Malkurse und Lesungen bei der Planung zu berücksichtigen. Auch Bildungs-, Gemeinde- und Gruppenangebote wie die Kinderkirche und Senior:innengruppen sollen im Saal stattfinden können. Filmvorführungen, Spiel- und Bastelnachmittage als Familien- und Kinderveranstaltungen flossen ebenfalls in die Planung ein. Nicht zuletzt wird der Saal als Aufenthalts- und Wartebereich für die wöchentliche Lebensmittelverteilung von „Laib und Seele“ dienen.

 

Ein Raum für 10 bis 70 Personen

 

Ob bewegungsorientiert, sitzend oder bei Veranstaltungen: „Die Raumplanung berücksichtigt eine variierende Nutzung von 10 bis 70 Personen“, präzisierte Thomas Pokorny die Umsetzung. Eine variable Möblierung mit klappbaren Stühlen und Hockern könne darauf flexibel reagieren. Während bisher die ungenutzten Sitzgelegenheiten unschön gestapelt in den Ecken stehen und immer auch die Aura einer Abstellkammer verbreiten, sollen die Möbel demnächst platzsparend in einem optisch ansprechenden Aufbewahrungsmöbel an der Längswand untergebracht werden. Für den effizienten Auf- und Abbau der Möblierung wird es zudem eine klare Organisationsstruktur geben. Geplant ist weiterhin eine technische Grundausstattung bereitzustellen, die fest installiert werden soll. Um den Raum für kleinere Gruppen teilen zu können, ist außerdem wieder ein Trennvorhang vorgesehen. „Es gibt akustisch wirksame Stoffvorhänge“, wies Pokorny auf ein weiteres Verbesserungspotenzial hin, „damit kann man die Raumakustik beeinflussen.“ Zur Herstellung der Barrierefreiheit werden dagegen größere Bauarbeiten nötig sein, denn der Boden muss auf ganzer Fläche um 8 Zentimeter abgesenkt werden. Deshalb wird der bisherige Steinfußboden, der inzwischen altersbedingte Schäden aufweist, Verletzungsgefahren birgt und fußkalt ist, mitsamt seinem Betonunterbau entfernt. Ersetzt wird er durch ein Industrieparkett, das das Eichenholz der Türen optisch aufgreift und darüber hinaus strapazierfähig und langlebig ist, da man es abschleifen kann.

 

Langfristiges Investment

 

Der Wunsch des Quartiersmanagements, dass der Gemeindesaal künftig von neuen Gruppen genutzt werden kann und sich noch stärker für den Kiez öffnet, bekräftigte der Gemeindemanager Felix von Ploetz: „Wir sehen kein Problem darin!“ Neue Nutzer:innen könnten sich an ihn wenden. Entweder werde das Anliegen sogleich entschieden, oder aber er stelle es dem Gemeindekirchenrat vor. Katja Neppert vom Gemeindekirchenrat bringt es auf den entscheidenden Punkt: „Es ist gut, solch einen Raum zu haben!“ Auch Quartiersmanagerin Nesrin Demir freut sich auf den multifunktionalen Versammlungsort. „Zudem ist bei der Martin-Luther-Kirche die Perspektive der Langfristigkeit gegeben“, hob sie hervor. Die Fördergelder seien dort gut investiert.

Jetzt aber stehen erst einmal die baulogistisch anspruchsvollen und lärmintensiven Bauarbeiten im Bestand an, im Juni werden voraussichtlich die Arbeiten beginnen, vor dem Weihnachtsbasar am 21. November 2026 will man fertig sein.

 

Webredaktion